Mit dem Sprechen ist das so eine Sache....

5:27:00 PM





Bereits in der Schwangerschaft hat uns das Thema ´Sprechen lernen` für Loona schon sehr beschäftigt.Der Liebste ist Italiener und ich Deutsche.
Für uns stand fest, dass wir Loona zweisprachig erziehen wollen, nicht nur ,damit sie sich auch bei den Großeltern in Italien verständigen kann, sondern auch weil wir möchten, dass sie die Chance, die sie hat auch nutzen kann und von klein auf , wo es am leichtesten fällt , die Sprachen erlernt.

Nicht das wir uns falsch verstehen, ich sage nicht ´wer einsprachig erzieht, will seinem Kind keine Chancen für die Zukunft einräumen`. NEIN.
Ich schätze mich einfach glücklich, dass der Papa meines Kindes zufällig Italiener geworden ist und eben kein Deutscher und meine Tochter jetzt in den Genuss kommt so aufzuwachsen ....

Zweisprachig zu erziehen ist aber auch gleichzeitig mit einigen Hindernissen und Schwierigkeiten verbunden.

Das größte Problem : WIE ERZIEHT MAN DENN AM BESTEN ZWEISPRACHIG?

Nach dem wir so viel unterschiedliches gelesen und gehört haben, haben wir uns letztendlich von Fachleuten (Erziehern,Kinderarzt und Logopäden) beraten lassen, wo wir dann doch auch tatsächlich das erste Mal ein eintimmiges Ergebnis als Antwort bekamen.

JEDER SPRICHT MIT DEM KIND IN SEINER MUTTERSPRACHE! Und das KOSEQUENT .

Das Kind soll lernen die zwei Sprachen zu unterscheiden und sie als eigenständig anzusehen.
Außerdem will man ja dem Kind kein falsches Deutsch oder falsches Italienisch etc beibringen.
Was nutzt es also, wenn ich in meinem teilweise noch sehr unbeholfenen Italienisch mit ihr spreche und sie das genau so von mir abspeichert ?! KONTRAPRODUKTIV ! ;)

Übrigens war genau diese Konsequenz in den ersten Monaten immer wieder eine kleine Herausforderung.

Wir sprechen untereinander, seit dem wir uns kennengelernt haben, nur Englisch.
Da fällt es manchmal beiden schwer ,wenn man so mitten im Gespräch ist und dann das Kind anspricht so schnell umzuswitchen in die eigene Muttersprache.
Ich sag euch, manchmal kommt da ein echtes Kaudawelsch zusammen ;) Vorallem beim Papa ......


Man hatte uns seitens der Fachleute schon zu Beginn versichert, dass Loona sicher länger brauchen wird als Gleichaltrige , ehe sie ein anständiges Vokabular erlernt hat und sie bis zu einem Jahr hinterher hängen kann.

Das war UNS ABER EGAL.
Für uns ist die Zweisprachigkeit ja der Familien wegen wichtig.Ein großer Teil( ähhh nein DER Größte) der Verwandschaft kommt nun mal aus Italien und wie schade wäre es, wenn Loona dort ihre Ferien verbringt und ihre eigenen Großeltern nicht versteht, geschweige denn  antworten kann?  ;/

Wir brauchen kein Prestigekind zum angeben und vorzeigen.
Daher freue ich mich einfach über die Möglichkeiten , die Loona hat mit ihren Sprachen und bin nicht darauf besessen , dass sie jetzt ganz schnell viel spricht und ich pralen kann wie fließend das Kind zwei Sprachen spricht...
Wir haben deutsche und italienische Kinderbücher, Spielzeuge und Cds für Loona, sodass sie sich mit beiden beschäftigen kann, ganz so wie sie es möchte und wonach ihr ist.

Ich hab aber trotzdem , so wie jede andere Mutter auch, den gewissen Stolz in mir , wenn ein neues Wort aus ihrem Munde kommt und sie sich mir wieder ein Stückchen besser verständlich machen kann.

Dabei ist es mir bis jetzt ziemlich egal ob es nun auf Deutsch oder Italienisch kommt .
Ich freue mich einfach und finde es niedlich wie sie sich selbst so sehr darüber freut und das neu erlernte Wort dann immer und immer wieder (manchmal ganze zwei Stunden am Stück ....uffffiiii ) ruft, flüstert, schreit oder fragend sagt und sich vergewissert, dass Mama auch immer brav nickt , weil sie ein richtiges Wort sagt.

Das lernen der Wörter scheint ihr also mittlerweile selbst richtig viel Freude und Spaß zu bereiten und das ist doch das wichtigste ODER ?!








Jedes Kind hat auch seinen ganz eigenen Rhytmus und seine eigenen Schwerpunkte, die es für sich festlegt und das IST AUCH GUT SO!
Ein Kind sollte Freude entwickeln etwas neues auszuprobieren und sich nicht selbst oder unter Druck gesetzt werden.

Loona war lange eher auf Motorik konzentriert und ein ruhiges Kind.Hier und da kamen mal Eigenkreationen ´ihrer Babysprache` beim Spielen aber meist ist sie relativ still gewesen.

Erst seit einigen Monaten ging es dann richtig los mit dem ständigen Brabbeln und man hat nicht selten den Eindruck, als wäre sie fest davon überzeugt, dass sie wirklich jeder versteht in ihrer ´Sprache`.

Klar war man hier und da auch etwas neidisch, wenn befreundete Kinder im selben Alter bereits viele und richtige Wörter sagen konnten.
Andererseits wussten wir aber auch, dass wir uns erstmal überhaupt keine Sorgen machen müssen, da sie definitiv alle Sprachen , also auch das Englisch, was wir nur untereinander und nicht direkt mit ihr sprechen, versteht und darauf gleichermaßen reagiert.

Somit wussten wir, sie kann die zwei(drei) Sprachen auch schon für eigenständig betrachten.

Beeindruckend für mich ist immer wieder , dass sie auch genau weiß, wann wir Englisch sprechen, denn ist einer von uns am Telefon neben ihr und spricht mit dem anderen auf Englisch , weiß sie genau , dass das nur Papa/Mama am Telefon sein kann und wird ganz wild und will auch ins Handy sprechen.
Sie muss das also wirklich alles unterscheiden, denn ein Telefonat auf Deutsch /Italienisch interessiert sie nicht die Bohne!







Nun sind wir mit ihr das dritte Mal in den fast zwei Lebensjahren von Loona in Italien und umgeben von der Sprache des Papas, den vielen vielen neuen Eindrücken, Geschmäckern, dem Meer und einer anderen Mentalität, macht sie hier auch einen enormen Entwicklungsprozess durch.


Zugegeben hab ich immer Angst wenn es zu den italienischen Großeltern geht.Aufgrund der Entfernung sind sie nunmal irgendwie Fremde für Loona und letztes Jahr hatte sie extrem gefremdelt und wollte keine Minute alleine mit ihnen bleiben.

Dieses Jahr das komplette Gegenteil und Loona hat sich unsterblich in ihren Nonno (Opa) verliebt .
Nichts geht ohne den Nonno und der hat mit seinen 60 Jahren dann auch endlich gelernt wie man eine Windel wechselt (das machen italienische Männer nämlich sonst nicht und die Mama durfte nicht DAZU ABER MEHR IM NÄCHSTEN BLOGPOST) .

Ich freue mich und bin ganz stolz, wenn ich sehe, wie viele Sprünge sie hier macht und nun auch ,vorallem zur Freude des Papas , die ersten richtigen italienischen Wörter kommen.


Wir setzen uns nicht unter Druck.Wir freuen uns über jedes einzelne kleine Wort.
Ich freue mich, dass sie glücklich ist über ihre neuen Kenntnisse .
Vielleicht wird es irgendwann, so wie in vielen bilingualen Familien passieren, dass Loona sich eines Tages für eine Sprache entscheidet und erstmal keine Lust hat auf die andere, auch wenn sie sie versteht.
Auch dann werden wir sie nicht zwingen .
Jedoch wollen wir sie, sollten wir in Berlin bleiben, in einer deutsch-italienischen Grundschule anmelden, da der Unterricht dort in überwiegend zweisprachig ist und sie auch die italienische Rechtschreibung und Grammatik lernt.
Das ist uns wichtig, weil wir uns wünschen, dass Loona später ganz alleine entscheiden kann, wo sie leben möchte und wir glauben, dass es ihr leichter fällt , wenn sie es direkt schon in der Schule lernt und nicht später irgendwann nachholen muss.
Außerdem sind in diesen Schulen auch viele gleichgesinnte Kinder, was sie vielleicht auch im Alltag motiviert Italienisch zu sprechen.
Wir werden sehen, was die Zukunft bringt ! ! !

Das Leben mit zwei Sprachen, zwei Kulturen, zwei Mentalitäten und zwei besonders sturen Eltern ist nicht immer leicht, aber wir machen es ihr so leicht wie möglich und geben ihr einfach alle Zeit die sie braucht.




Im nächsten Post möchte ich euch dann gerne mal zeigen, wie das Leben in einer deutsch-italienischen Familie so ist.Welche Hürden man schon alleine für eine Geburtsurkunde überwinden muss und auf welche Schwierigkeiten und Vorurteile man in Erziehungsfragen trifft.


Ich hoffe , euch hat dieser kleine (*längere*) Einblick gefallen und ihr habt Lust auf den zweiten Teil  <3


Liebste Grüße
EURE P L















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3 Kommentare

  1. Ein toller Bericht und super schöne Bilder ♥

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  2. Als Kind einer Deutschen und eines Italieners; ihr macht das genau richtig.

    Ich bin nur bei meiner Mutter aufgewachsen und bedaure es ZUTIEFST mit meinen italienischen Wurzeln nicht zuletzt auch sprachlich so gut wie keine Berührungspunkte zu haben (Ich spreche Italienisch bestenfals auf Touristenniveau)

    Letztes Jahr zu Weihnachten habe ich meinem italienischen (aber in Deutschland lebenden) Opa eine Karte in gebrochenem Italienisch geschrieben, da hat er tatsächlich vor Freude geweint.

    Auch wenn es jetzt vielleicht alles etwas länger braucht; in ein paar Jahren hat sie damit wirklich eine Menge gewonnen

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